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  • Katharina & Axel

Die Welt der Campingplätze

Hallo liebe kleine Lesergemeinschaft,

heute berichten wir euch etwas von unseren Erfahrungen auf den Campingplätzen. Wir haben mit unserem Beitrag absichtlich etwas gewartet, um ein paar Erfahrungen sammeln zu können. Zwar waren wir auch vor unserer Reise bereits auf Campingplätzen, allerdings ausschließlich mit Zelt. Und ihr werdet es ahnen, ja es gibt einen Unterschied. Nun sind wir einige Woche unterwegs und waren auf vielen Campingplätzen - hauptsächlich in Dänemark, Schweden und Norwegen.



Allgemein scheint die Welt auf dem Campingplatz eine andere zu sein. Hier herrscht das Gesetz der Camper. Gefühlt eine heile kleine Welt in der sich alles um Genuss, Freizeit, Geselligkeit und Langsamkeit dreht. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass die hier geschilderten Eindrücke unsere persönlichen Erfahrungen sind und sicherlich andere Leute auch ganz andere Erlebnisse schildern können. Aber das sind deren Geschichten. Wir haben auf jedem Campingplatz ein Volk für sich kennen gelernt. Durch Dauercamper eine Gemeinschaft, die das Leben auf dem Platz prägt. Man ist freundlich, höflich & hilfsbereit. Gerade jetzt stehen wir auf einem Stellplatz, direkt neben dem Campingwart. Für den Einen oder Anderen sicherlich nicht der Wunschplatz, da man meint mit Argusaugen beobachtet zu werden. Wir hingegen haben einen netten Nachbarn gewonnen, der uns bei der Ankunft nicht belehren wollte, wie wir zu stehen haben, sondern uns Tipps für das beste Sonnenbaden vor dem Wohnwagen gab. Das Einzige was mich persönlich stört, ist mein eigener kleiner Neid, auf seine wunderschön gestaltete Mini-Terrasse, die einem kleinen Blumenparadies gleicht.

Durch den Wohnwagen mussten wir uns mit neuen Themen auf dem Platz auseinandersetzen. Wo finde ich Strom? Welcher Stromanschluss ist dort? Brauche ich einen Adapter? Wo finde ich das Wasser? Wo kommt das Abwasser hin? Muss der Abwassertank fest installiert sein, oder kann er einfach unter den Wohnwagen gestellt werden? Wie rum muss ich den Wohnwagen einparken? Wie viel Abstand muss er zum Nachbarn haben? Wo kann das Auto hin?

Ihr seht, es gibt viele Dinge, die es zu beachten gibt. Auf vielen Campingplätzen gibt es Stellplätze, die noch ohne Strom sind, oder die sehr weit zur nächsten Stromstelle liegen. Da stellt sich dann die Frage, ist mein Kabel lang genug? Ich muss sagen, dass wir beim Kauf des Wohnwagens auch beim Zubehör eine tolle Beratung hatten. Denn wir wussten vieles einfach nicht. Und so freuen wir uns nun umso mehr, dass fast alles, was wir für die Reise brauchen auch mit dabei hatten. Ich kann mich noch an unseren ersten Campingplatz erinnern. Dieser befand sich noch in Deutschland. Als wir den Strom angeschlossen hatten und der Himmel sich langsam für Regen zuzog. Da fiel mir ein, Strom und Wasser passen nicht so gut zusammen. Wie handhabt man das also? Klar das reine Kabel ist nicht das Problem, aber was ist mit den Anschlüssen? Das Verbindungsstück vom CEE Stecker zur Kabeltrommel? An diesem Tag konnten wir alles im Stromkasten mit unterbringen, so war die Verbindungsstelle gesichert. Aber uns war klar, das würde heute gehen, auf Dauer müssten wir uns was einfallen lassen. Wenige Tage später standen wir noch einmal in einem Laden für Wohnwagen & Wohnmobil Zubehör. Wir waren auf der Suche nach neuen Spiegelverlängerung. Ihr werdet euch erinnern können, dass sich einer verabschiedet hatte. Dort fanden wir dann die Lösung für unser Stromproblemchen. Eigentlich handelte es sich um eine Diebstahlsicherung für das Adapterkabel. Denn es scheint, auch auf dem Campingplatz, einer eigentlich kleinen heilen Welt, wird hier und da mal gemopst. Wir schlugen 2 Fliegen mit einer Klappe, denn die Diebstahlsicherung, was eine Art Ei um das Kabel, bzw. die Verbindungsstelle und war gleichzeitig vor Wassereindringen geschützt.

Um es kurz zu sagen - einfach ankommen & hinstellen ist nicht! Bisher haben wir für das "Einchecken" bis hin zum Aufkorken des ersten Bierchens nach getaner Arbeit ca. 30 Minuten gebraucht. Auf vielen Campingplätzen kannst du dir deinen Stellplatz selber aussuchen. Entweder heißt es "Stell dich einfach irgendwo hin, wo es dir gefällt" oder du bekommst eine Karte des Platzes mit markierten Stellen, die frei sind. Somit verbringt man die ein oder andere Minute damit über den Platz zu laufen und sich das schönste Nest rauszupicken. Gleichzeitig haben wir immer versucht darauf zu achten, dass wir es schaffen ohne Stress und Ärger den Wagen easy positionieren zu können.


Die witzigste Geschichte erzählte uns ein Platzwart auf dem Campingplatz Ragnerudsjon in Schweden. Er gab uns einige Stellplätze zur Auswahl und sagte, dass der Schönste Platz auch gleich der Schwierigste zum Ein- & Ausparken sei. Das wollten wir uns ansehen. Ihr werdet jetzt vielleicht glauben, dass wir angeben wollten und den Platz nahmen. Nein, nein.. der Schwierigkeitsgrad war echt ne Nummer zu groß und Respekt an alle, die da nicht nur rein, sondern auch wieder raus kommen. Als wir mit einer anderen Wahl wieder in die Rezeption zurück kehrten berichtete der Wart, dass ein Ehepaar mal den Vogel abgeschossen hatte. Der Mann war mehr als fest überzeugt das ganz einfach händeln zu können – seine Frau nicht. Sie verdrehte wohl schon die Augen bevor er es überhaupt versucht hatte. Nach glatt 90 Minuten standen beide dann wieder in der Rezeption und der Mann musste kleinlaut nach einem anderen Stellplatz fragen, denn er hatte es wie geahnt nicht geschafft.


Weiter im Text… Wenn man erst einmal eine kleine Oase gefunden hat, geht das Rangieren los. Axel und ich sind da ein gutes Team. Er fährt das Auto und ich ersetze die nicht vorhandene Rückfahrkamera. Im Vergleich zu anderen Ankommenden sind wir weder schneller noch langsamer. Sobald der Wagen richtig steht koppeln wir ihn vom Auto ab.


Für diejenigen unter euch, die es interessiert – hier eine kleine Beschreibung. Wir haben eine Anti-Schlinger Kupplung nachrüsten lassen. Wir ziehen die Handbremse an, lösen das Kabel, was bei einem Notfall während der Fahrt die Handbremse anzieht. Dann wird die Stromverbindung zum Auto gelöst und das Stützrad wird zu Boden gelassen und wieder fest gemacht. Dann lösen wir die Anti-Schlinger Kupplung und kurbeln am Stützrad, sodass der Wohnwagen nach oben fährt und sich vom Auto löst. Axel fährt dann das Auto ein paar Meter zur Seite. Anschließend richten wir zusammen den Wagen aus. Manchmal dreht man ihn noch ein paar Zentimeter, damit er besser steht. Mit dem Stützrad kann man nun einstellen, dass der Wagen in Waage steht, nicht das einer von uns beiden Nachts aus dem Bett rollt. Haben wir alles in Waage kann man mit einer Kurbel vier Stützen am Wagen ausfahren. Das ist bisher immer mein Job gewesen. Im Anschluss entlasten wir dann wieder das Rad, befestigen eine Diebstahlsicherung und verpacken dann alles unter einer Plastikhaube.

Währenddessen ich dann im Wohnwagen beginne alles schick zu machen (Fegen, Wischen oder was sonst so ansteht), kümmert Axel sich um den Strom und das Wasser. Wenige Minuten später sind wir dann auch schon fertig.


Natürlich muss man die zu Letzt genannten Aufgaben nicht nur einmal machen. Während eines Aufenthaltes halten wir den Wagen selbstverständlich sauber und versuchen ihn gut zu behandeln und zu pflegen. Das Wasser & Abwasser muss je nach Verbrauch 1-2 Mal am Tag geholt bzw. weggebracht werden.


All diese Dinge hat man bei einer Reise mit Zeit nicht. Dafür muss man sich da bekanntlich um andere Dinge kümmern.

Wir dachten zu Beginn, dass es finanziell ein enormer Unterschied zum Zelten werden wird, denn ein Wohnwagenplatz ist etwas anderes als ein Zelt. Auch hier wurden wir mega gut beraten, denn wir haben uns den sogenannten ACSI Guide zugelegt. Hier erhält man eine Vergünstigungskarte für die Nebensaison der teilnehmenden Campingplätze. Wir haben uns auf der Reise an diesen Plätzen orientiert. Es gibt wirklich davon, somit hat man eine große Auswahl. Und was bedeutet diese Vergünstigung? Man zahlt maximal 20 für die Nacht. Und was beinhaltet das alles? Darin enthalten ist der Stellplatz an sich - 2 Personen, 1 Hund, 1 Auto und 1 Wohnwagen, WLAN (falls vorhanden), Strom & eine Duschmarke pro Person pro Tag. Also mega günstig und einfach nur perfekt! Man muss nicht viel rumrechnen, keine "bösen" Überraschungen & keinerlei Einbußen bei der Nutzung von was auch immer..


Wir denken, dass man einfach der Typ für´s Campen sein muss. Das Leben oder Verweilen auf einem Campingplatz ist ein anderes Unterfangen als Reisen mit Übernachtungen in Hotels oder Ähnlichem. Es ist alles etwas minimalistischer, mit eigener Arbeit verbunden & wenn man nach Luxus sucht ist man auf dem Holzweg. Aber genau all das sind die besonderen Reize, die das Campen ausmachen. Man weiß die Dinge viel mehr zu schätzen und kann sich an vielen kleinen Dingen erfreuen. Es ist ein tolles Gefühl mit seinem eigenen kleinen Heim immer mal wo anders anzukommen. Wir haben alles dabei was wir brauchen. Jeder Platz ist individuell und doch irgendwie gleich. Man kommt viel mehr mit anderen Menschen in Kontakt, lernt sich leichter kennen und bekommt Hilfe, wenn man sie braucht. Wenn man sich an Höflichkeitsformen wie zum Beispiel "Wie man in den Wald ruft..." hält, hat man in der Regel nichts zu befürchten.


Würden wir im Nachhinein etwas anders machen? Nö 😊




Falls ihr euch fragt, was Charlie während unserer schweißtreibenden Arbeit des Auf- & Abbaus dann immer macht... Er liegt etwas abseits von uns irgendwo im Gras und darf sich das Spektakel aus sicherer Entfernung mit ansehen.

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