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  • Katharina & Axel

Reisen ist der schönste Weg Geld auszugeben und trotzdem reicher zu werden...

Tag 10 in Norwegen ist angebrochen und es herrscht ungemütliches Wetter. Normalerweise schrecken wir keineswegs davor zurück und starten auch bei Regen los, allerdings sind wir positiv erschöpft von den vergangenen Tagen, sodass ein Entspannungstag mit Decke & Tee eine traumhafte Idee war. Nach einem langsamen Start in den Tag, einem reichen Frühstück & einer gemütlichen Hunderunde ist es Zeit für einen Blogeintrag.

Auch jetzt wieder sind die vergangenen Tage förmlich an uns vorbei gerannt und wir verzweifeln etwas, dass die Zeit so rasend schnell vergeht. Um so größer ist die Motivation viel zu Erleben und jeden Moment auszukosten. Aber alles von Anfang an...


Bereits die Einreise nach Norwegen war eine interessante Sache. Allein das Gefühl das eigene Familienmitglied beim Zoll anmelden zu müssen, als wäre es ein Ding, scheint etwas schräg. Das soll nicht bedeuten, dass dieser Schritt unnötig oder überflüssig wäre. Ganz im Gegenteil, die Norweger nehmen es halt einfach genau. Und trotzdem beschlich uns eins seltsames Gefühl. Natürlich ging alles glatt und nach wenigen Minuten waren wir auch schon wieder auf der Weiterreise. Kurz hinter der Grenze wartete bereits unser erster Campingplatz. Diesen bezogen wir für eine Nacht, denn wir wollten zügig weiter ins Landesinnere. Trotzdem sollten wir für nur diese eine Nacht absolut auf unsere Kosten kommen, denn der Campingplatz in Halden liegt auf dem Gelände der Frederiksten Festung. 60 Hektar beeindruckende Kulisse der alten Festungsmauern und Burggebäude. Man ist Teil der Geschichte und mitten drin übernachtet man in einem Stück eben dieser Geschichte. Eigentlich undenkbar, hier aber möglich - ein absolut tolles Erlebnis. Getoppt von netten Nachbarn mit einem Collie.






Am nächsten Morgen ging es weiter.

Wir wussten es nicht, aber ein Tag sollte atemberaubender werden, wie der Letzte.

Auch der nächste Campingplatz sollte für nur eine Nacht sein. Aber auch diese Übernachtung war super toll. Direkt am See gelegen mit viele Stegen und kleinen Brücken - einem Aussichtsturm und wenigen Menschen. Bereits hier dachten wir, schöner könnte es nicht werden.





Eine längere Fahrt lag am nächsten Tag vor uns und wir wollten 2 Pässe überqueren. Die Fahrt hätte nicht spektakulärer sein können. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Wir sahen kilometerlange Bergketten, bedeckt von Schnee, zugefrorene Seen und spürten die eisigen Winde. Zugegeben, die Fahrt war besonders für mich schon sehr nervenaufreibend, denn es ist etwas völlig anderes, ob man "nur" mit dem Auto unterwegs ist, oder mit dem Auto und Wohnwagen. An dieser Stelle großen Respekt und vielen lieben Dank an Axel, der jede Fahrt bisher super gemeistert hat und uns sicher über die höchsten Berge und durch die tiefsten Täler manövriert. Unser Auto packt die Tour sehr sehr gut und ich staune nicht schlecht, was es für einen guten Job macht. Natürlich dauerte die Fahrt fast doppelt solange, wie ursprünglich angesetzt, denn gefühlt alle 5 Meter mussten wir anhalten und in Ruhe weiter staunen zu können.





Am Abend kamen wir in Hovet an und bezogen unseren Stellplatz auf dem Birkelung Campingplatz. Ein toller Platz mit einem niederländischen Betreiberpärchen. Dort blieben wir 4 Nächte.

Wir suchten uns für die jeweiligen Tage Touren raus und waren in der Tat den ganzen Tag unterwegs. Da es hier zu dieser Jahreszeit nicht wirklich dunkel wird, verlagert sich der Tagesplanung weit nach hinten. Normalerweise möchte man zum Abendessen wieder zurück von einer Tour sein. Hier macht man sich keine Gedanken, denn um 23 Uhr ist es noch Tag hell draußen. Natürlich waren wir nicht so lange unterwegs, aber das Ganze wurde durch diese Tatsache weit aus entspannter. Hier läuft die Zeit einfach anders.

Unsere Tagesziele waren jeweils Fjorde. Man darf dabei nicht vergessen, dass die Fjorde von großen Reiseschiffen angefahren werden und somit die anliegenden Dörfer stark auf den Massentourismus ausgelegt sind. Wenn man diese Tatsache nicht ganz außer Acht lässt, kann man sich eine super Zeit machen. Wir haben tolle Wanderwege, abgelegen und ruhig entdeckt und genossen die mega Kulissen ganz für uns alleine. Unabhängig davon sieht es schon unglaublich aus, wenn ein so großes Schiff in einem Fjord liegt.





Vor 3 Nächten zogen wir weiter Richtung Vang, wo wir immer noch sind. Als wir hier ankamen sahen wir in der Rezeption ein Gesicht, welches uns bekannt vor kam. Natürlich verwirft man solche Gedanken soweit der Heimat schnell, denn die Wahrscheinlichkeit jemanden Bekanntes zu treffen ist doch ziemlich gering. Aber beim zweiten Hinsehen erkannten wir sie. Zwar keine Bekannte aus der Heimat, aber Campingnachbarn mit Collie der vergangenen Tage. Ohne das wir uns darüber ausgetauscht hatten, wo die Reise hin geht, haben wir uns wieder gefunden. Die Freude war groß, aber bei den Hunden umso größer. A propo Hund. Charlie der Rabauke scheint ein wirklich glückliches Hundekind zu sein. Er hat jeden Tag tolle Abenteuer, die wir zusammen erleben und kann abends trotzdem ins gewohnte und vertraute Nest fallen. Wir machen gerade die Erfahrung, dass er viel kuscheliger wird und die Reise für uns drei eine tolle Beziehungsreise ist. Es harmoniert alles ohne viele Worte und man merkt einfach, dass er glücklich ist bei uns zu sein. Und trotzdem wandern unsere Gedanken immer wieder zu unserem Kater, der als einziges Familienmitglied nicht mit konnte. Wir wünschen ihn uns hier und wissen trotzdem, dass er im Moment sehr gut aufgehoben ist. An dieser Stelle einen herzlichen und lieben Gruß an Lucky´s Ersatzeltern, denn ohne euch beiden wäre diese Reise so nicht möglich.





Vorgestern gab es etwas Heimatkunde, im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir fuhren nach Burgund und besichtigten dort die Stabkirche, die als Inpiration für die Stabkirche in Hahnenklee, meinem Heimatdorf diente. Wahnsinniges Erlebnis. Als Kind, das in Hahnenklee aufwächst, weiß man um die Geschichte und ist sich auch darüber im Klaren, dass es etwas Besonderes ist eine solche Kirche im Dorf stehen zu haben... aber hier tausende Kilometer weit entfernt zu stehen, macht etwas mit einem. Jetzt verstehe ich welcher Schatz dort steht und wundervoll es ist, dass sich der Herr Mohrmann für den Bau einer Stabkirche im Oberharz eingesetzt hat.





Gestern gingen wir getrennte Wege. Axel wollte sich einen Traum erfüllen und eine Gipfelbesteigung machen. Er hatte sich die vergangenen Tage bereits erkundigt und gestern ging es dann los. 10 Stunden später stand ein überwältigter und vor allem hungriger Axel wieder vor dem Wohnwagen und hatte viel zu berichten. Er erzählte von den atemberaubenden Aussichten, den steilen Steigungen und abenteuerlichen Begegnungen mit Rentieren und Kühen. Letztere folgten ihm seines Weges zurück ins Dorf und wanderten somit ein kleines Stück seines Wegs mit.




Und was machten Charlie und ich? Wir wollten ebenfalls auf eine Wanderung aufbrechen. Allerdings auf eine etwas kleinere im Vergleich zu Axels. Denn die Kondition, die er bei solchen Touren an den Tag legt, hat Charlie noch nicht und ich werde es wohl niemals haben.. Doch beim starten des Auto blinkte auf einmal die Motorkontrollleuchte. Natürlich musste das passieren wenn ich alleine bin. Doch nicht ohne Grund sage ich gerne "Selbst ist die Frau" und so machte ich mich direkt auf den Weg zu einer Werkstatt. An dieser Stelle gleich mal Entwarnung, es war nichts dramatisches am Auto. Und doch rutscht einem erstmal das Herz in die Hose.

Nach wenigen Minuten starteten wir dann also doch auf unsere Tour. Wir wanderten ein Stück weit entlang des Königsweges in Vang und begrüßten viele Schafe auf unserem Weg.


Viele liebe Grüße und bis ganz bald!

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